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Bleichmittel beim Waschen

Anwendung

Bleichmittel werden eingesetzt, um unerwünschte Farbflecke und Vergilbungen aus der Wäsche zu entfernen. Gleichzeitig wirken Bleichmittel auch desinfizierend - können allerdings auch empfindliche Farben angreifen. Daher enthalten Fein- und Buntwaschmittel in der Regel keine Bleichmittel, und bei Vollwaschmitteln werden diese erst bei höheren Temperaturen voll wirksam.

Chemische Grundlagen

Grundlage des Bleichvorgangs ist bei allen modernen Bleichmitteln die Freisetzung von agressivem atomarer Sauerstoff (O), der mit unerwünschten Farbstoffen - aber auch mit empfindlichen Textilfarben - Verbindungen eingeht.

Gängige Bleichmittel

In modernen Waschmitteln und auch im Fleckensalz finden sich fast ausschließlich Bleichmittel auf Sauerstoffbasis - d.h. genauer, Bleichmittel, die Sauerstoff aus Wasserstoffperoxid freisetzen. Früher wurden auch Bleichmittel auf Chlorbasis (Natriumhypochlorit) verwendet - diese setzen direkt Sauerstoffradikale frei. Sie sind aber wegen der starken Belastung der Umwelt unüblich geworden.

Das bisher in Vollwaschmitteln am weitesten verbreitete Bleichmittel Perborat wird in letzter Zeit zugunsten andere Mittel zurückgedrängt, da sich Bor-Verbindungen nur schwer abbauen lassen, und in großen Konzentrationen im Wasser pflanzenschädigend wirken. Heute wird in Fleckensalzen, Fleckentabs und Baukastenwaschmitteln häufiger Percarbonat (auf Natriumbasis) eingesetzt. Dieser Stoff lässt sich allerdings aufgrund der Zusammensetzung schwierig in Vollwaschmittel integrieren, weshalb sie oft nach wie vor Perborat enthalten.

Die Bleichmittel Perborat und Percarbonat werden erst bei höheren Temperaturen (mehr als 40 Grad) aktiv. Zur ihrer vollständigen Aktivierung werden zudem Bleichaktivatoren als Zusatzstoffe eingesetzt.

In der chemischen Reinigung werden zum Bleichen Präparate mit Peressigsäure (a. Peroxodsäure) (CH3CO3H ) eingesetzt; Persessigsäure baut sich im Abwasser schnell ab, und ist daher umweltverträglich.

Historisches

In China und im alten Ägypten war seit ungefähr 5000 v.Chr. Schwefel als Bleichmittel für Textilien in Gebrauch. Vor der Entwicklung moderner Waschmittel in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts wurde die noch feuchte Wäsche mit der sogenannten Rasenbleiche entgilbt. Durch die Sonneneinstrahung entwickelte sich dabei Wasserstoffperoxid, das Sauerstoffradikale freisetzt, die Pigmentstoffe zerstörten - d.h. die Bleiche beruhte letztlich auf der gleichen Ursache wie bei modernen Waschmitteln.

Wann kann ich ein Wäschestück bleichen?

Unter den Pflegekennzeichen auf Textilien weist eine Zeichengruppe speziell darauf hin ob ein Wäschestück gebleicht werden darf oder nicht. Dies bezieht sich allerdings auf die separate, intensive Bleiche, nicht auf den Einsatz von Bleichmitteln im Waschpulver. Bei Wäschestücken, die keine Bleiche erlauben, sollten Fleckensalze und bleichende Fleckentfernungsmittel mit Vorsicht eingesetzt werden. Feinwäsche mit empfindlichen Farben sollte mit bleichmittelfreien Waschmitteln (Feinwaschmittel) gewaschen werden.

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